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SEO für Einsteiger
Ratschläge für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) gibt es wie Sand am Meer. Manche sind veraltet, andere Binsenweisheiten. Doch wie findet der Einsteiger sich dabei zurecht? Welche Grundlagen sollten Blogger und Betreiber kleinerer Websites mit vertretbarem Aufwand umsetzen?
Zu den vergleichsweise einfach umzusetzenden Grundlagen zählen gut verständliche Texte und eine nachvollziehbare Struktur. Denn gute SEO-Texte entstehen nicht dadurch, dass man für Suchmaschinen schreibt, sondern indem man die Fragen, Erwartungen und Suchintentionen der Leser ernst nimmt. Um diese Bereiche soll es in diesem Artikel gehen. Der Fokus liegt dabei vor allem auf WordPress-Nutzern.
Bisher sind in der Reihe SEO-Grundlagen erschienen:
- Teil 1: Bilder fürs Web optimieren
- Teil 2: Texte für Blog und Website verfassen
- Teil 3: Linkbuilding-Strategien
Die Bedeutung des Lesers für die Suchmaschinenoptimierung
Die Bedürfnisse und das Verhalten der Leser sind für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung zentral. Nicht, weil jede einzelne Nutzungskennzahl automatisch ein direkter Rankingfaktor wäre, sondern weil gute Inhalte die Suchintention erfüllen, verständlich aufbereitet sind und Nutzern möglichst schnell weiterhelfen. Google betont heute stärker denn je, dass Inhalte in erster Linie für Menschen erstellt werden sollten. Sie sollten hilfreich, verlässlich und nicht bloß mit dem Ziel, Suchmaschinen-Rankings zu beeinflussen, erstellt worden sein.
Kennzahlen wie Verweildauer, Engagement-Rate oder Absprungrate können Hinweise darauf geben, ob Inhalte gut funktionieren. Sie müssen aber im Kontext interpretiert werden: Eine kurze Verweildauer ist nicht immer schlecht, wenn der Leser schnell die gesuchte Antwort findet. Umgekehrt ist eine lange Verweildauer kein Wert an sich, wenn der Text unübersichtlich ist oder Nutzer mühsam nach Informationen suchen müssen. Deshalb ist es besonders wichtig, Leser nicht durch schlecht strukturierte Texte, unpassende Überschriften, lange Wortgeflechte oder unverständliche Sprache in die Flucht zu schlagen. Der beste Inhalt nützt wenig, wenn er nicht verständlich vermittelt wird, kein Interesse weckt oder die eigentliche Frage des Lesers nicht beantwortet.
Texte formulieren und strukturieren
Einfache Sprache
Natürlich sollst du deine Expertise zeigen. Doch das gelingt nicht zwangsläufig durch die exzessive Verwendung von Fachvokabular oder kompliziert verschachtelten Sätzen. Ganz im Gegenteil: Gute Webtexte sind klar, verständlich und auf ihre Zielgruppe zugeschnitten. Frage dich stets, für wen du schreibst, welche Vorkenntnisse diese Menschen mitbringen und welche Frage sie beantwortet haben möchten.
Fachbegriffe sind nicht grundsätzlich problematisch. Sie können sogar notwendig sein, wenn sie präzise sind und zur Zielgruppe passen. Problematisch werden sie erst, wenn sie ohne Erklärung verwendet werden oder den Text unnötig schwer zugänglich machen. Im Zweifel sind zwei kurze Sätze besser als ein langer. Dass dies Übung erfordert und man dabei mit der Zeit immer besser wird, versteht sich von selbst. Julian Stalter gibt für Blogger weitergehende Tipps zu Formulierungsstrategien.
Struktur und Überschriften
Eine klare Struktur durch Überschriften, Absätze und Aufzählungen ist für Webtexte unverzichtbar. Viele Leser scannen eine Seite zunächst, bevor sie entscheiden, ob sie tiefer einsteigen. Wenn sie nicht schnell erkennen, ob der Text ihre Frage beantwortet oder für sie relevant ist, wenden sie sich leicht einer besser strukturierten Seite zu. Bei Überschriften ist eine nachvollziehbare Hierarchie wichtig. Der Titel der Seite oder des Blogbeitrags ist in der Regel die h1-Überschrift. Weitere Inhaltsebenen werden mit h2-, h3- und, falls nötig, auch h4-Überschriften gegliedert. Diese Struktur hilft Lesern, Screenreadern und Suchmaschinen, den Aufbau des Textes besser zu verstehen. Überschriften sollten dabei nicht nur der Gestaltung dienen, sondern den folgenden Abschnitt tatsächlich beschreiben. Wie das im Detail aussehen kann, zeigt uns Matthias Anhalt.
Bei längeren Blogbeiträgen kann ein Inhaltsverzeichnis sinnvoll sein. Mit WordPress lässt sich das entweder über den Block-Editor, das Theme oder ein Plugin umsetzen. Entscheidend ist aber nicht das Plugin, sondern die Frage, ob ein Inhaltsverzeichnis den Lesern wirklich hilft, schneller zur gesuchten Information zu gelangen. Sich so kurz wie möglich zu fassen, bleibt ein guter Ratgeber, besonders auf Startseiten, Leistungsseiten oder Landingpages. Für Blogbeiträge gibt es dagegen nur bedingt eine ideale Wortzahl. Der Text sollte so lang sein, wie es das Thema und die Suchintention erfordern, aber nicht länger. Als grobe Orientierung versuche ich bei den meisten Themen, 1000 bis 2000 Wörter anzuvisieren. Ziel ist ein Inhalt, der vollständig, verständlich und gut erfassbar ist. Bekanntlich ist die Aufmerksamkeitsspanne des Lesers im Netz nicht sehr hoch.
Merkliste:
- ausreichend Zwischenüberschriften setzen
- Überschriften logisch und hierarchisch gliedern
- kurze Absätze und verständliche Sätze schreiben
- bei Bedarf mit Aufzählungen, Tabellen oder Infokästen arbeiten
- bei längeren Texten ein Inhaltsverzeichnis einsetzen
- Textlänge an Thema, Zielgruppe und Suchintention ausrichten
Überschätze Keywords?
Schreibe nicht für Suchmaschinen, sondern für deine Leser. Das ist auch aus SEO-Sicht sinnvoll: Suchmaschinen bewerten Inhalte heute nicht nach bloßer Keyword-Wiederholung, sondern versuchen, Relevanz, Kontext und Nutzen eines Inhalts einzuordnen. Es ist daher nicht zielführend, Texte zwanghaft mit Suchbegriffen zu überfrachten. Im schlimmsten Fall wirkt das unnatürlich, verschlechtert die Lesbarkeit und kann als Keyword-Stuffing verstanden werden.
Etwas differenzierter müssen wir auf Titel und Überschriften blicken. Im Titel sollte möglichst klar erkennbar sein, worum es auf der Seite oder im Beitrag geht. Häufig gehört dazu auch der zentrale Suchbegriff oder eine naheliegende Formulierung davon. Das hilft nicht nur Suchmaschinen, sondern vor allem den Lesern, die schnell erkennen möchten, ob sie hier richtig sind. Auch Zwischenüberschriften sollten einen engen inhaltlichen Bezug zum folgenden Abschnitt herstellen. Sie müssen aber nicht mechanisch immer wieder dasselbe Keyword wiederholen. Häufig ist es sinnvoller, mit Synonymen, verwandten Begriffen und konkreten Fragestellungen zu arbeiten. So entsteht ein natürlicher, gut lesbarer Text, der das Thema umfassend behandelt und die Suchintention der Leser ernst nimmt. Ziel ist ein konsistenter Gesamteindruck, der zuerst die Leser überzeugt und gerade dadurch auch für Suchmaschinen besser einzuordnen ist.




Ganz tolle Tipps. Ich finde ja SEO super spannend und auch sehr wichtig, wenn man Bloggen möchte – zumindest wenn man es professionell aufziehen möchte 😉
Liebe Grüße
Alice von http://www.alicechristina.com
Danke für das Lob. Gerade Blogger sollten sich die Mühe machen, zumindest grundlegende SEO-Maßnahmen umzusetzen. Das ist mein Anliegen. Wirklich professionelle Suchmaschinenoptimierung erfordert dagegen viel mehr Aufwand.
Hallo Damian,
Diesen Beitrag finde ich echt super, für die Tipps möchte ich mich gerne bedanken, da ich einige schon ausprobiert habe.
Jetzt möchte ich gerne mein Kommentar hinterlassen und meine Meinung teilen. Ich finde, dass du es sehr gut und detailliert erklärt hast, wie SEO funktioniert.
Selbst mache ich auch SEO und versuche es selber zu machen und lerne daher jeden Tag. Natürlich kann man eine SEO Agentur beantragen, aber wenn man es selber macht, hat man ein besser Gefühl wenn es funktioniert!
LG
Danke für das Feedback, David. Kaum ein anderer Bereich erfordert es, immer wieder dazuzulernen und neue Entwicklungen zu beobachten, wie SEO. Die eigentliche Texterstellung wird dabei häufig zu dogmatisch betrachtet. Natürlichkeit und gute Lesbarkeit ist Trumpf.
Hallo Damian,
danke für diesen großartigen Artikel! Mir gefällt vor allem dein gehobener Schreibstil und die klare Struktur deiner Inhalte!
Wichtig ist aus meiner Sicht noch das Einfügen von passenden internen oder externen Verlinkungen. Wie siehst du dieses Thema?
LG
Noah
Hallo Noah, natürlich sind Verlinkungen ein wichtiges Instrument von SEO. Das war hier aber nicht Thema. Darauf bin ich in meinem dritten Teil der SEO-Grundlagen eingegangen: https://www.zeilenabstand.net/linkbuilding-strategien-seo-grundlagen/
Ein sehr toller Beitrag, der zeigt, dass du dich mit dem Thema auskennst. Diese Tipps sind sehr wertvoll und schaffen eine wichtige Sicht auf Texte und mit welchem Mindset man am besten vorgeht. Super gemacht. LG
Danke, Alex! SEO ist schon lange nicht nur Technik, sondern vielmehr die Orientierung an den Bedürfnissen der Zielgruppe. Und hierzu dienen natürlich insbesondere die Texte.
Erstmal super Beitrag von dir. Deine Schreibweise gefällt mir. Besonders wichtig finde ich einfach tolle Inhalte für seine Nutzer bereit zu stellen. Content ist King! Natürlich kommen die Links nicht alle auf einmal und automatisch. Aber mit der nötigen Ausdauer wird das SEO-Projekt gelingen.
SEO muss und soll auf die Zielgruppe abgestimmt werden. Dazu zählt es super wichtige und gute Inhalte für die Zielgruppe zu erstellen in dem die Suchintention getroffen wird und die W-Fragen beantwortet werden.
Lg
Klasse Beitrag, Damian! Wie kommst du denn auf neue Contentideen? Nutzt du hier spezielle Tools wie Answerthepublic?
Nichts dergleichen. Als Blogger in den Bereichen Kultur & Digitales habe ich zumindest in Sachen Kultur so viel Material, dass ich es kaum verarbeiten kann. Ich bin an den Wochenenden häufig auf Reisen oder in Museen. Und auch der Urlaub liefert viel Verwertbares. Bei digitalen Themen orientiere ich mich daran, was mir in der täglichen Arbeit begegnet und was meine Kunden interessieren könnte. Gelegentlich greife ich auch ganz aktuelle Themen auf, die dann aber sehr schnell umgesetzt werden müssen.
Hallo, danke für deinen tollen Artikel zum Thema SEO. Ich konnte einige Tipps mitnehmen und werde sie auch direkt umsetzen. Danke dafür und keep up the good work.
Liebe Grüße
Max
SEO ist ein essenzielles und hochkomplexes Thema. Ich habe aus Interesse reingelesen und bereue es nicht. Ich bedanke mich für diesen aufschlussreichen Artikel zum Subthema „SEO für Einsteiger“.
Ein toller Beitrag, der das wichtigste zum Thema SEO gerade für Einsteiger präzise zusammenfasst!
Google hebt immer wieder hervor, wie wichtig Nutzerfreundlichkeit ist. Daher finde ich es gut, dass dieser Aspekt in den Artikel mit eingeflossen ist. Besonders als SEO-Anfänger sollte man hinsichtlich des Mythos aufgeklärt werden, dass möglichst viele Keywords zu hohen Rankings führen.
Vielen Dank für diesen hilfreichen Artikel zu den SEO-Grundlagen, Damian Kaufmann! Die Tipps zur Strukturierung von Texten und zur Bedeutung des Lesers sind besonders wertvoll. Es ist erfrischend zu sehen, dass der Fokus darauf liegt, leserfreundlichen und gut strukturierten Content zu erstellen. Die klaren Empfehlungen zur Verwendung von Überschriften, Absätzen und einfacher Sprache sind für jeden, der sich in der Welt des Bloggens und der Website-Erstellung bewegt, extrem nützlich. Besonders gefallen hat mir der Hinweis, nicht für Suchmaschinen, sondern für den Leser zu schreiben – das ist letztlich der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg im SEO. Ich freue mich schon auf die nächsten Teile der Reihe!
Danke für die Ratschläge. Die Texte machen letztendlich den großen Unterschied aus und entscheiden darüber, ob sie bei Suchmaschinen gerankt werden oder nicht. Da muss auch eine individuelle Handschrift erkennbar sein.
Danke für den Beitrag – gut auf den Punkt gebracht. Gerade der Hinweis, nicht für Suchmaschinen, sondern für Menschen zu schreiben, ist wichtig. Struktur + klare Sprache machen am Ende den größten Unterschied. 🙂