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SEO für Einsteiger
Ratschläge für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) gibt es wie Sand am Meer. Manche sind veraltet, andere Binsenweisheiten. Doch wie findet der Einsteiger sich dabei zurecht? Welche Grundlagen sollten Blogger und Betreiber kleinerer Websites mit vertretbarem Aufwand umsetzen?
Zu den Offpage-Optimierungen – also Maßnahmen, die nicht direkt auf der eigenen Website stattfinden – gehört auch der Umgang mit Backlinks. Darunter versteht man Verlinkungen von anderen Websites, die auf die eigene Website verweisen. Solche Links können Suchmaschinen helfen, Inhalte einzuordnen und deren Relevanz besser zu bewerten. Linkbuilding sollte heute allerdings nicht als bloßes Sammeln möglichst vieler Links verstanden werden. Entscheidend sind Qualität, thematische Passung und Natürlichkeit der Verlinkungen. Manipulative Methoden wie gekaufte Links, massenhafter Linktausch oder künstlich erzeugte Linknetzwerke können dagegen gegen Googles Spam-Richtlinien verstoßen.
Bisher sind in der Reihe SEO-Grundlagen erschienen:
- Teil 1: Bilder fürs Web optimieren
- Teil 2: Texte für Blog und Website verfassen
- Teil 3: Linkbuilding-Strategien
Verlinkungen als SEO-Instrument
Qualität und Quantität von Backlinks
Links sind das Herz des Internets. Ohne sie würde das Web in seiner heutigen Form nicht funktionieren. Auch für Suchmaschinen sind Verlinkungen weiterhin wichtige Hinweise: Sie können zeigen, welche Inhalte von anderen Websites als hilfreich, relevant oder vertrauenswürdig wahrgenommen werden. Entscheidend ist dabei aber nicht die bloße Menge der Backlinks. Wichtiger sind Qualität, thematische Passung, Kontext und Natürlichkeit der Verlinkungen. Ein einzelner Link von einer seriösen, thematisch passenden Website kann wertvoller sein als viele Links aus schwachen Verzeichnissen, automatisierten Kommentaren oder offensichtlich künstlichen Quellen.
Verlinkungen sind Empfehlung, Signalgeber und Referenz. Genau deshalb wurde schon früh versucht, in diesem Bereich zu manipulieren. Gekaufte Links, Linkfarmen, massenhafter Linktausch oder künstlich aufgebaute Linknetzwerke können gegen Googles Spamrichtlinien verstoßen. Spätestens seit Googles Penguin-Update werden manipulative Linkmuster deutlich kritischer bewertet. Deshalb ist es sinnvoll, beim Linkaufbau vorsichtig vorzugehen und nicht auf Masse, sondern auf echte Relevanz und nachvollziehbaren Nutzen zu setzen.
Dofollow und nofollow
Im SEO-Kontext spricht man häufig von dofollow und nofollow. Technisch gesehen gibt es allerdings kein rel=“dofollow“. Ein normaler Link ohne einschränkendes rel-Attribut ist schlicht ein regulärer Link. Mit rel=“nofollow“ kann man Suchmaschinen dagegen signalisieren, dass ein Link nicht als uneingeschränkte Empfehlung verstanden werden soll. Seit 2019 behandelt Google nofollow nicht mehr als starre Anweisung, sondern als Hinweis. Außerdem gibt es mit rel=“sponsored“ und rel=“ugc“ weitere Möglichkeiten, die Art eines Links zu kennzeichnen. Dabei steht sponsored für Werbung, Sponsoring, Affiliate-Links oder andere bezahlte Platzierungen und ugc für User Generated Content, also etwa Links in Kommentaren oder Forenbeiträgen.
Für redaktionell gesetzte Quellen- und Empfehlungslinks im Fließtext ist in der Regel kein zusätzliches rel-Attribut nötig. Anders sieht es bei bezahlten, werblichen oder nicht vertrauenswürdigen Links aus: Diese sollten entsprechend gekennzeichnet werden, damit sie nicht als manipulative Linksignale verstanden werden. Für das eigene Backlink-Profil gilt: Eine Mischung aus unterschiedlichen Linkarten ist normal. Einzelne nofollow-, ugc- oder sponsored-Links sind nicht automatisch problematisch. Entscheidend ist, ob das Gesamtbild natürlich wirkt und ob Links nachvollziehbar aus echten redaktionellen, fachlichen oder nutzerbezogenen Gründen entstehen. Wie man dagegen auf der eigenen Website mit dem nofollow-Attribut umgehen sollte, beschreibt Julian Dziki von Seokratie.
Backlink-Tools
Wer sich ernsthafter mit Linkbuilding beschäftigt, sollte zumindest gelegentlich prüfen, welche Websites auf die eigene Seite verlinken. Für Einsteiger reicht meist ein grundlegender Überblick: Welche Seiten erhalten externe Links? Von welchen Domains kommen sie? Welche Linktexte werden verwendet? Eine detaillierte Wettbewerbsanalyse oder ein systematisches Link-Audit sind dagegen eher etwas für fortgeschrittene SEO-Arbeit. Gerade für kleine Websites und Blogs gilt: Backlink-Tools sind hilfreich, sollten aber nicht dazu verleiten, Linkbuilding rein zahlengetrieben zu betrachten. Wichtiger als die bloße Anzahl gefundener Links ist, ob die Verlinkungen thematisch passen, nachvollziehbar entstanden sind und tatsächlichen Nutzern einen Mehrwert bieten.
Der wichtigste kostenlose Einstieg ist die Google Search Console. Im Linkbericht sieht man unter anderem externe Links, intern verlinkte Seiten, häufig verlinkende Websites und verwendete Linktexte. Die Daten sind nicht als vollständige Echtzeitliste aller Backlinks zu verstehen, geben aber einen guten ersten Eindruck vom eigenen Linkprofil. Wer tiefer einsteigen möchte, kann professionelle SEO-Tools wie Ahrefs, Majestic, Semrush, SISTRIX oder Ubersuggest ausprobieren. Viele dieser Werkzeuge bieten kostenlose Testversionen, eingeschränkte Freikontingente oder einzelne Gratis-Checker. Wirklich umfassende Auswertungen sind aber mehrheitlich kostenpflichtig. Ich selbst komme mit der Google Search Console und Ubersuggest gut aus.
Strategien des Linkaufbaus
Aktives Linkbuilding ist mit Vorsicht zu betreiben. Die beste Strategie, eingehende Links zu erhalten, bleibt hochwertiger Content: Inhalte, die hilfreich, originell, gut recherchiert oder besonders nützlich sind, werden eher freiwillig verlinkt. Darüber hinaus gibt es seriöse Möglichkeiten, die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und auf Inhalte aufmerksam zu machen, ohne Links künstlich zu erzwingen. Die folgenden Ratschläge richten sich insbesondere an Blogger:
- Kauft keine Backlinks. Bezahlte, gesponserte oder anderweitig vergütete Links müssen sauber gekennzeichnet werden.
- Vermeidet systematischen Linktausch. Ein einzelner thematisch passender Link kann sinnvoll sein, aber massenhafter oder künstlicher Linktausch zur Ranking-Manipulation ist riskant.
- Schreibt Gastartikel nur dort, wo sie fachlich passen und einer echten Leserschaft nutzen. Der Link sollte nicht der eigentliche Zweck des Beitrags sein.
- Verlinkt gute externe Quellen, wenn sie euren eigenen Beitrag verbessern. Das ist guter Stil und hilft den Lesern. Blogsysteme wie WordPress erkennen dies bei entsprechenden Einstellungen per Pingback und setzen einen Backlink.
- Kommentiert auf passenden Blogs. Die Links, die ihr dort unterbringen könnt, kommen zwar mit dem nofollow-Attribut daher, gehören aber durchaus in ein natürliches Linkbuilding-Profil.
- Beteiligt euch in passenden Blogs, Foren oder Communitys fachlich und zurückhaltend. Links zu eigenen Inhalten sollten nur gesetzt werden, wenn sie wirklich zur Diskussion passen und einen Mehrwert bieten.
- Blogparaden, Interviews, Kooperationen oder Expertenbeiträge können sinnvoll sein, wenn sie thematisch passen und echte Vernetzung schaffen.
- Nutzt soziale Netzwerke, Newsletter oder Fachgruppen, um gute Inhalte sichtbar zu machen. Der SEO-Wert entsteht hier eher indirekt: durch Aufmerksamkeit, Kontakte und mögliche spätere redaktionelle Verlinkungen.
- Pflegt seriöse Branchenverzeichnisse, lokale Profile und das Google Unternehmensprofil, sofern sie für euer Angebot relevant sind. Achtet dabei auf korrekte und einheitliche Angaben.
Möchtet ihr tiefer in die Materie Linkbuilding eintauchen, dann gebe ich an dieser Stelle noch einige Link-Tipps mit:
18 Linkbuilding-Strategien, die wirklich funktionieren von Jennifer Lapp
Was ist Linkbuilding? Eine Anleitung mit nützlichen Tipps für Linkaufbau von den InternetWarriors
Linkbuilding 2026: Nachhaltige Strategien für mehr Domain-Autorität von KLIXPERT
7 Arten von Linkbuilding, die funktionieren und Ihr SEO-Ranking verbessern von Brafton



Danke für die Tipps, ich werde direkt mit der Umsetzung beginnen.
Sehr spannender Beitrag zum Thema Linkaufbau. ich würde auch sagen, dass hochwertiger Content hierfür sehr hilfreich sein kann. Guter Content ist zum einen für die User auf der Webseite von Vorteil aber auch für die SEO Strategie eines Unternehmens. Danke für den interessanten Artikel!
Guter Beitrag zum Thema Backlinks bilden. Gerade für Anfänger ist es wichtig zu wissen. Danke für diesen Artikel.
Sehr guter Beitrag für das Thema Linkaufbau. Guter Content ist sehr wichtig um den Nutzer bei einem Thema auch wirklich abzuholen.
Danke für den Artikel.
Ich glaube, dass der Linkaufbau immer sehr unterschätzt wird.. Gerade weil, wie Sie schreiben, aktiver Linkaufbau mit Vorsicht zu genießen ist, machen es viele Seitenbetreiber einfach gar nicht.
Dadurch fällt man natürlich stark zurück in der SEO
Ein wirklich guter Artikel für jemanden, der sich mit Backlinks beschäftigt. Sehr klar und detailliert erklärt!
Grüße,
Christoph
Danke für diesen coolen Artikel, Damian.
Sag mal, würdest du auch im Jahr 2023 den Linkaufbau mit Blogkommentare empfehlen? Oder ist das bereits ausgelutscht?
LG
Domi
Hallo Domi, ich will mal deine Frage so beantworten: Du selbst betreibst ja hier den Linkaufbau auf diese Weise. Ich denke, man sollte es dabei nicht übertreiben. Wo es inhaltlich und thematisch absolut passend ist, darf es gerne gemacht werden. Ich würde es als Ergänzung zu anderen Methoden ansehen, ein Mosaikstein halt.
Ein sehr aufschlussreicher Artikel über Linkbuilding-Strategien! Da der Artikel von 2020 ist, frage ich mich: Gibt es mittlerweile neue Entwicklungen oder Best Practices, die für 2024 wichtig sind? Wer hat Erfahrungen mit aktuellen Strategien gesammelt?
Ich habe den Kommentar ausnahmsweise freigeschaltet. Ich empfinde es immer als etwas eigentümlich, wenn ausgewiesene SEO-Experten nach Rat bei den neuesten Entwicklungen fragen. Bei dieser doch ziemlich einfach zu durchschauenden Strategie geht es doch gerade um Linkbuilding. Aber dann bitte auch ehrlich!