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Website oder Blog planen: Domain, Hosting, CMS

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Mich erreichen häufig Anfragen, was zu Beginn einer Planung für eine Website oder einen Blog zu tun ist. Zugegeben: Wenn man damit noch nie in Berührung gekommen ist, sind die Fragezeichen groß. Auf der anderen Seite: Es ist alles andere als Hexenwerk. Dieser Blogbeitrag soll Ihnen einen Überblick über die notwendigen Schritte bei der Auswahl von Domain, Hosting und Content Management System (CMS) geben.

Domain wählen

Sollten Sie bereits über eine eigene Domain, also Internetadresse (wie www.zeilenabstand.net) verfügen, weil Sie sie schon vor Jahren gesichert haben oder eine Website betreiben, dann ist dieser Punkt in den meisten Fällen geklärt. Eine neue Domain registriert man am einfachsten über den Hoster, bei dem man seinen Webspace gemietet hat. Dazu später mehr.

Eine Domain sollte man nie leichtfertig wechseln, weil dies vor allem bei den Suchmaschinen weitreichende negative Folgen haben kann. Auf der anderen Seite ist dies der einzig sinnvolle Zeitpunkt, sich von einer unpassenden und nicht zielführenden Adresse zu trennen und einen Neuanfang zu wagen. Ob man dann die alte Adresse auf die neue umleiten lässt, ist eine Frage des Einzelfalls. Je nach Umfang und Struktur von alter und neuer Website kann das durchaus aufwändig werden und sollte nur von Fachleuten umgesetzt werden.

Welche Strategien man bei der Auswahl der neuen Domain heranziehen kann, zeige ich in einem weiteren Blogbeitrag. Grundsätzlich gilt aber, dass die Adresse kurz und einprägsam sein sowie zum Inhalt der Website passen sollte. Häufig ergibt sie sich bereits aus dem Namen der Institution, für die die Website erstellt wird. In den meisten Fällen wird sich als Domainendung die Länderkennung anbieten, in Deutschland also .de. Aber auch .eu wird immer beliebter, wenn man international aufgestellt ist. Mögliche Alternativen: .net oder .info.

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Hoster finden

Beim Hoster mietet man den Webspace, auf dem man seine Website anlegt. Der Anbieter garantiert, dass diese dann zumindest in der Theorie 24 Stunden am Tag online erreichbar ist. Dafür müssen wir natürlich auf bezahlen. Bei einer herkömmlichen Website bekommt man aber schon für 5 bis 15 € im Monat sehr ordentliche Pakete zur Auswahl. Die Domain wird an dieser Stelle in der Regel auch gleich mit registriert.

Weitaus schwieriger ist es den richtigen Hoster auszuwählen. Wir kennen das von unserem Telefon-, Internet- oder Mobilfunkvertrag. Jeder hat schon mal mit dem einen oder anderen Anbieter schlechte Erfahrungen gemacht oder zumindest davon gehört. So ähnlich verhält es auch mit den Webhostern. Da lohnt vielleicht auch mal der Blick auf ein Webhosting-Vergleichsportal. Im Übrigen empfehle ich in den taufrischen Hostingvergleich von Finn Hillebrandt zu schauen.

Erfahrungen

Gerne gebe ich hier aber eigene Erfahrungen und die von Kollegen, die in der Internet-Branche tätig sind, weiter. Generell möchte ich bei den ganz großen Webhostern mit bekannten Namen zur Zurückhaltung raten. Insbesondere mit Strato habe ich jahrelange Erfahrungen mit äußerst bescheidenen Ladezeiten, die nicht nur theoretischer Natur sind, sondern sich in der täglichen Arbeit niederschlagen. Andere Webmaster bemängeln immer wieder technische Mängel.

Viel Positives kann ich über Raidboxes, Webgo und All-Inkl weitergeben. Bei Raidboxes bezahlt man allerdings für viel Know-how und absolute Spitzenleistungen in Sachen Geschwindigkeit gehobene Preise. Nicht jeder ist bereit, das zu zahlen. Ich selbst nutze All-Inkl bei zahlreichen eigenen und Kundenprojekten. Dort erhält man gute Ladezeiten und ein vernünftiges Konzept für einen angemessenen Preis. Man dar sich allerdings nicht von der angestaubten Benutzeroberfläche abschrecken lassen. Letztendlich kommt es wie so häufig bei einem großen Angebot auch auf die eigenen Gewohnheiten und Vorlieben an, welchen Hoster man schließlich wählt.

Die technischen Details

Ich möchte am Beispiel des Angebots von All-Inkl aufzeigen, worauf Sie bei der Buchung eines Tarifs unbedingt achten sollten. Die vielen technischen Angaben wirken für angehende Webmaster zunächst sehr verwirrend, aber wenn man sich auf die wesentlichen Dinge konzentriert, ist es dann doch recht überschaubar und wirklich nicht so kompliziert.

Die meisten Hoster stellen bei der Vorstellung ihrer Tarife ähnliche Schwerpunkte, so dass die folgenden Ausführungen leicht auf andere Anbieter zu übertragen sind. Ich greife diejenigen Angaben heraus, die regelmäßig am Anfang der langen Liste stehen oder die für den durchschnittlichen Webseitenbetreiber von hoher Relevanz sind.

Greifen wir mal den Tarif PrivatPlus für derzeit 7.95 € heraus. Dieses Paket bringt alles mit, was der ambitionierte Einsteiger benötigt:

  • Domains inklusive
    Die Zahl gibt an, wie viele Domains man kostenlos mit dem Paket registrieren kann. Aus welchen Domainendungen man dabei wählen darf, ist darunter angegeben. Keine Bange: Sollte die Anzahl nicht ausreichen oder eine exotische Domainendung nötig sein, entstehen meist nur geringe Zusatzkosten.
  • Subdomains
    Manchmal kann es sinnvoll sein, seine Website deutlich zu unterteilen. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn man zusätzlich zur eigentlichen Website einen Shop, einen Blog oder ein Forum betreibt und dies technisch mit einem eigenen System umgesetzt worden ist. Die Subdomains dazu könnten dann so aussehen: shop.zeilenabstand.net oder blog.zeilenabstand.net. Die Anzahl der bei diesem Tarif zur Verfügung stehenden 250 Subdomains ist dabei mehr als ausreichend. Das gilt eigentlich für alle Hoster.
  • Speicherplatz
    Der Speicherplatz von 100 GB ist wie bei den meisten Hostingpaketen sehr großzügig dimensioniert und wird erst dann von Interesse, wenn wir Videos in größeren Mengen auf dem Server hinterlegen. Rechenbeispiel: Wenn wir nicht verkleinerte Fotos aus unserer Digitalkamera in einer durchschnittlichen Größe von 5 MB zum Download für die Besucher ablegen würden, würde der Speicherplatz für rund 20 Tausend Aufnahmen reichen.
  • Traffic FLAT
    Der Traffic, der du die Zugriffe von Besuchern erzeugt wird, ist nicht limitiert. Achten Sie darauf, dass dies gerade bei Billiganbietern nicht immer der Fall ist. Das kann dann zum Problem werden, wenn Sie große Fotosammlungen oder Videos zum Download oder Streaming anbieten und dabei nicht nur sporadisch Besucher auf Ihrer Website empfangen.
  • E-Mail-Postfächer
    Diese Angabe sollte selbsterklärend sein. Sie limitiert nicht die Anzahl der zu versendenden E-Mails. In den Paketen der Hoster sind in der Regel so hohe Werte angegeben, dass selbst bei größeren Institutionen oder Unternehmen jeder Mitarbeiter eine eigene E-Mail-Adresse erhalten kann. In unserem Beispiel sind es 1000.
  • Kunden je Server
    Die Rechnung ist ganz einfach: Umso mehr Kunden auf einem Server ihren Speicherplatz erhalten, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit von nicht vorgesehenen Störeinwirkungen, was aber im Regelfall nicht vorkommen sollte. Große, solvente Kunden mieten eher einen eigenen Server, wobei wir uns da in einer ganz anderen finanziellen Liga bewegen.
  • MySQL Datenbanken
    Die meisten Anwendungen wie Content Management Systeme können nur dann auf Ihrem Webspace installiert werden, wenn das Anlegen von Datenbanken möglich ist. Sie sollten – auch wenn dies technisch nicht zwingend notwendig ist – für Website, Shop, Forum, Tracking-Tool etc. jeweils eine Datenbank einplanen. Bei sehr günstigen Hostingpaketen sollten Sie darauf achten, dass manchmal keine Datenbanken zur Verfügung stehen.
  • SSL-Zertifikate
    Solche Zertifikate sind mittlerweile aus vielerlei Gründen (Sicherheit, Datenschutz, Suchmaschinenoptimierung), die wir an dieser Stelle nicht näher besprechen können, fast notwendiger Standard. Das Paket bietet ein kostenloses Zertifikat von Let’s Encrypt, das bei allen meinen Projekten gut und einfach funktioniert. Beim günstigsten Tarif von All-Inkl müsste es aber dazugebucht werden. Bei sehr anspruchsvollen Projekten sollte über andere SSL-Zertifikate mit mehr Optionen nachgedacht werden.

Natürlich führen die Hostingpakete noch unzählige weitere Details auf, doch sollten wir uns hier nur auf die relevantesten konzentrieren. Andere sind für Einsteiger nicht so entscheidend oder eh in der Regel mit an Bord.

Das passende Content Management System

Vielfalt an kostenlosen CMS

Die letzte Frage, die es zu klären gilt, bevor man mit der Website loslegen kann, ist die nach dem Einsatz eines Content Management Systems. Heute basiert kaum noch ein Internetauftritt nicht auf einer solchen Art von Software, mit der die Website erstellt und dann technisch und inhaltlich betreut wird. Einen Überblick über die quantitative Verteilung der eingesetzten Systeme kann man sich bei CMSCrawler verschaffen.

Bei einer Website mit integriertem Blog fällt die Wahl meist nicht schwer, da es zu WordPress kaum ernst zu nehmende Konkurrenz gibt, wenn es ums Bloggen geht. Die Vorzüge dieses Systems, das ursprünglich genau für diesen Zweck entwickelt wurde, sind so überzeugend, dass ich gerade Neulingen nicht die Empfehlung geben würde, von diesem Standard abzuweichen. Doch auch für herkömmliche Websites hat dieses CMS mittlerweile so viel zu bieten, dass kaum Wünsche offen bleiben müssen. Noch dazu ist es das einsteigerfreundlichste Content Management System.

Neben WordPress gehören Joomla, Typos3, Cantao und Drupal zu den meistgenutzten Systemen. Die genannten sind zudem alle kostenlos einsetzbar. Ihre Vorzüge und Nachteile abzuwägen, würden den Blogbeitrag sprengen. Ich habe dies in einem gesonderten Artikel speziell für den Kultursektor getan. Sie sollten aber stets im Blick behalten, dass komplexe CMS wie Typo3 oder Drupal nur dann sinnvoll zum Einsatz kommen sollten, wenn entsprechend aufwändige und großdimensionierte Projekte umgesetzt werden sollen.

Hinweis zu Baukastensystemen

Ein letzter Hinweis: Verwechseln Sie bitte nicht vollwertige Content Management System mit der zahlreich aus dem Boden sprießenden Baukastensystemen. Websites, die mir letzteren erstellt wurden, sind meist schnell umzusetzen, sehen hübsch aus, sind aber in ihrer Funktionalität, Erweiterbarkeit und Nachhaltigkeit stark eingeschränkt und daher nur für den Privatgebrauch zu empfehlen. Auch WordPress selbst bietet beide Arten von Systemen an: wordpress.org und wordpress.com.

Die Rolle des Webdesigners

Spätestens an diesem Punkt beginntdie Arbeit des Webdesigners oder einer Webagentur. Ein guter Dienstleister hat Ihnen im Vorfeld die Vorzüge und Nachteile der einzelnen Lösungswege nähergebracht und Empfehlungen ausgesprochen, die zu Ihrem Projekt passen.

Ich selbst lege bei meinem Kundenprojekten stets viel Wert darauf, dass der Kunde seine Website so unabhängig wie möglich betreiben kann. Hierzu sollten Domain und Webhosting auf seinen Namen registriert sein. Die inhaltliche Betreuung ist mit Hilfe von Handbuch uns Schulung vielen Kunden in einem gewissen Umfang durchaus zuzutrauen. Die technische Wartung sollte dagegen in den Händen einer Fachkraft bleiben. Hier lauern doch zu viele Fallstricke. Zudem ist ein aktuelles System die beste Voraussetzung gegen Hackerangriffe.

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