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Friedrichstadt – Holländerstadt an Eider und Treene

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Friedrichstadt - Giebelhäuser am Markt
Giebelhäuser am Markt

Stadtgeschichte

Das kleine, pittoreske Städtchen Friedrichstadt an der Mündung der Treene in die Eider stellt eine besondere Randnote in der Geschichte Schleswig-Holsteins dar. Es entstand als planmäßige Siedlung erst 1621. Herzog Friedrich III. von Schleswig-Gottorf wollte an dieser Stelle einen Nordseehafen etablieren und warb dafür niederländische Siedler an. Friedrichstadt trat damit in Konkurrenz zum nahegelegenen Tönning, wo die Pläne gerade bei den Händlern auf viel Widerstand stießen. Das Vorhaben Friedrichs ähnelt der Stadtgründung von Glückstadt an der Elbe durch den dänischen König Christian IV. wenige Jahre zuvor.

Mit den Siedlern kam der niederländische Glaube in die Stadt. Die erst im 17. Jahrhundert entstandene Religionsgemeinschaft der Remonstranten (Abspaltung von der Evangelisch-Reformierten Kirche) baute in Friedrichstadt eine Kirche – die erste und einzige ihrer Art außerhalb der Niederlande. Doch auch weitere Glaubensgemeinschaften wie die Mennoniten, Juden, Katholiken und die Anhänger des evangelisch-lutherischen Glaubens erhielten Siedlungsrechte und hinterließen ihre Spuren im Stadtbild.

Stadtrundgang

Giebel und Grachten am Marktplatz

Friedrichstadt ist heute kaum über seine frühneuzeitlichen Grenzen gewachsen und weist ein außerordentlich geschlossenes Stadtbild auf, das durch die Lage an den beiden Flüssen geprägt ist. Die rechtwinklig aufeinandertreffenden Straßen sind durch Grachten und Siele von Wasser geprägt. Doch auch die Renaissance-Architektur der zahlreichen Bürgerhäuser des 17. Jahrhunderts erinnert an die niederländischen Wurzeln ihrer Einwohner.

Friedrichstadt - Marktplatz
Marktplatz mit Giebelhäusern, Mittelburggraben und steinerner Brücke

Den Rundgang durch die Stadt starten wir am weiträumigen Marktplatz, der sich auffällig in eine parkartige und eine architektonisch geprägte Hälfte scheidet. Nördlich fließt der Mittelburggraben unmittelbar an der Platzanlage vorbei. In der Mitte des Marktes steht ein 1879 errichtetes Pumpenhäuschen, das Wahrzeichen der Stadt. Die Westseite des Platzes ist von neun repräsentativen Giebelhäusern besetzt. Zusammen mit der den Graben überspannenden Steinbrücke ist es ein sehr beliebtes Fotomotiv. Als Schokoladenseite der historischen Stadt darf es bei unserer Stadtvorstellung natürlich nicht fehlen.

Bürgerhäuser und Gotteshäuser

Weitere prächtige Bürgerhäuser mit sehenswerten Hausmarken finden sich vor allem in der Prinzenstraße, die vom Marktplatz Richtung Süden abzweigt, und in der Straße „Am Mittelburgwall“ direkt am Mittelburggraben. Hier steht auch mit der Alten Müntze von 1626 eines der sehenswertesten Renaissance-Häuser Friedrichstadts. Heute beherbergt es das städtische Museum mit einer Ausstellung zur Stadtgeschichte.

Als weitere Fixpunkte des Stadtrundganges empfehlen wir die vier Gotteshäuser der Stadt, unter denen sich auch die bereits erwähnte Remonstrantenkirche befindet. Das Gebäude selbst ist nicht mehr der ursprüngliche Bau des 17. Jahrhunderts, sondern wurde 1852 bis 1854 nach der Zerstörung im Schleswig-Holsteinischen Krieg neu errichtet.

Für alle, die etwas Zeit mitbringen, empfiehlt sich nicht nur der Besuch des Museums, sondern auch ein kompletter Stadtrundgang im Rahmen einer Stadtführung oder auf eigene Faust mit dem Infomaterial, das man natürlich in der Touristeninformation erhält. In Friedrichstadt fühlt man sich auf Schritt und Tritt in eine historische Stadt der Niederlande mit ihren Grachten und Giebelhäusern versetzt. Noch schöner: Mit dem E-Boot oder Tretboot leise über das Wasser gleiten und die Fassaden und Gärten langsam vorbeiziehen lassen.

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