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Personal Branding: Fakten, Fakten, Fakten

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Persönliche Fakten über mich? Die Marketingexpertin Birgit Schultz hat absolut recht, wenn sie in einer Blogparade dazu aufruft, sich seinen Kunden auf diese Weise vorzustellen. Es geht um die eigene Positionierung und das Personal Branding. Gerade für Freelancer, aber auch Solopreneure ist diese persönliche Note im Kundenkontakt mindestens genauso entscheidend wie die fachliche Expertise. Dies zu verinnerlichen und dabei die Balance zu halten, fällt sicher vielen zunächst schwer – auch mir.

Wir befinden uns also mitten im Marketing, genauer im Selfmarketing. Authentizität ist das Schlagwort! Aber wie persönlich wird man dabei? Wie viel gibt man von sich preis, ohne dabei zu privat oder zu banal zu wirken? Ein guter Leitfaden ist ein Satz, den ich mal (möglicherweise auch bei Birgit) so oder so ähnlich gelesen habe und der auch für die sozialen Medien gelten sollte:

Schreibe niemals Dinge, die du nicht auch auf der Plakatwand gegenüber deinem Elternhaus in Großbuchstaben lesen möchtest.

Ich

Vom Kunsthistoriker zum Webdesigner

In meiner Brust schlagen zwei Herzen: die des Webdesigners und die des Kunsthistorikers. Ich habe tatsächlich Kunstgeschichte mit Leidenschaft studiert und habe darin auch promoviert. Den Weg, den ich dabei zurückgelegt habe, beschreibt ein anderer Beitrag für eine Blogparade. Und ich bin Kunst und Kultur bis heute auch beruflich treu geblieben. Zunächst folgte die Weiterbildung zum Fachreferenten für Kultustourismus und Kulturmarketing. Und heute sind meine Zielgruppen als Webdesigner primär Museen, Kulturinstitutionen, die Wissenschaft und der (Kultur-)Tourismus. Und nicht zuletzt wirke ich als Vorstandsmitglied beim Kulturnetzwerk Kultur hoch N mit.

Studienfachwechsel um 180 Grad

Wenn ich früher als Kunsthistoriker offenbart habe, ich hätte zunächst Mathematik und Informatik studiert, schauten alle sehr ungläubig. Unterschiedlichere Interessen waren nur schwer vorstellbar. Die schlechten Studienbedingungen in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und die „Studienberatung“ einer angehenden Kunsthistorikerin auf einer Studentenparty waren die letzten Denkanstöße, die mich zu dieser überfälligen Entscheidung führten. Ich machte meine Leidenschaft zum Beruf bzw. zunächst zum Studium. Ich habe dabei viel über mich selbst gelernt. Informatik habe ich übrigens noch einige Semester als Nebenfach beibehalten, merkte aber bald, dass dies aus studienorganisatorischen Gründen schwer zu Ende zu führen war. Das Interesse für IT-Themen blieb aber und sollte – damals noch unvorhersehbar – meine berufliche Laufbahn prägen.

Kunstunterricht in der Schule

Kunst war eines meiner schlechtesten Fächer in der Schule. Später habe ich Kunstgeschichte (schon klar: Kunst und Kunstgeschichte sind nicht dasselbe) studiert und darin promoviert. Jetzt bin ich Webdesigner und berate in Fragen der Farbgebung und Typographie bei der Gestaltung von Websites und seltener auch Printmedien. Manchmal frage ich mich selbst, wie es zu solchen Entwicklungen kommen kann.

Über 600 Seminare in den Beinen

Als ich diese Zahl im letzten Jahr ermittelte, war ich zunächst erstaunt. Aber ja, ich hatte in etwas mehr als sieben Jahren bei einem Bildungsträger für die Qualifizierung auf dem Sektor Kultur und Tourismus diese erstaunliche Anzahl an EDV-Seminaren abgehalten. Nicht mitgezählt habe ich hierbei die unzähligen VHS-Kurse und die Tutorien, die ich während meines Studium gegeben habe. Wieder war eine Leidenschaft entdeckt: die Vermittlung von Wissen. Wissen und Erfahrung sind dafür da, um weitergegeben und zugleich im gemeinsam Austausch bereichert zu werden. Ich bin davon überzeugt, dass ein Seminar dann besonders wertvoll ist, wenn der Dozent selbst dabei etwas mitnimmt.

Nachtschichten und Lagerarbeit

Während Studium und Promotion habe ich viele Jahre in Nachtschichten auf dem Lager einer Spedition gearbeitet, um die Reisen für mein Studium zu finanzieren. Eine Lebenserfahrung, die ich – ebenso wie meine Zeit als Zivildienstleistender – nicht missen möchte! Regelmäßig von den Kollegen vorgeführt zu bekommen, was es bedeutet, Nacht für Nacht durch harte körperliche Arbeit den Lebensunterhalt für seine Familie erwirtschaften zu müssen, bewahrt die eigene Bodenhaftung und bewahrt vor dem Elfenbeinturm der Wissenschaft.

Wetten, dass..?

Ich hatte mich als Kind allen Ernstes bei „Wetten, dass..?“ beworben, damals noch mit Frank Elstner. Da muss ich so um die 10 Jahre alt gewesen sein. OK, ich kannte alle Hauptstädte der Welt, die Landessprachen, erkannte alle Flaggen und war gerade dabei, die Staaten der Welt allein anhand ihrer Umrisse zu identifizieren. Das reichte wohl nicht und das war wohl auch besser so. Ich wäre vor Nervosität vor der Kamera gestorben. Was sich aber wie ein roter Faden durch mein Leben zog: Lebenslanges Lernen – meist als Autodidakt. Ich finde es großartige, jeden Tag dazu zu lernen und das Internet bietet dafür fast unbegrenzte Möglichkeiten. Übrigens: Der Spruch „Du musst nicht alles wissen, aber wissen, wo du es findest“ ist mein täglicher Begleiter.

Wo ist der Sportler geblieben?

Als Jugendlicher war ich enorm sportlich. Ich durfte sogar Berti Vogts – damals noch Nationaltrainer im Jugendbereich – kennenlernen, als sich die Auswahlmannschaften der Bundesländer zu einem Turnier in Duisburg trafen. Für diejenigen, die nicht wissen, wovon ich spreche: Fußball. Dummerweise musste ich wegen einer Verletzung fit gespritzt werden, um teilnehmen zu können. Für die Nationalmannschaft hat es nicht gereicht und das hätte es wohl auch nicht, wenn ich nicht angeschlagen gewesen wäre. Meine „Sportler-Karriere“ stagnierte dann recht bald wegen der Aufnahme des Studiums und nach einer schweren Verletzung habe ich bereits im Alter von 26 den Vereinssport an den Nagel gehängt. Auch wenn man es mir heute nicht mehr wirklich ansieht, so hat Sport weiterhin eine wichtige Stellung in meinem Leben – als Ausgleich für das lange Sitzen vor den Monitoren (ja, ich habe als Webdesigner natürlich zwei auf dem Schreibstich stehen). Am liebsten bin ich mit dem Fahrrad in der Natur und unserer Kulturlandschaft unterwegs.

Social-Media-Spätzünder?

Bis 2015 war ich überzeugter Totalverweigerer von Social-Media-Plattformen. Ich sah bis dahin weder den persönlichen Nutzen noch war ich in der Situation der beruflichen Notwendigkeit. Um es kurz zu machen: Das hat sich komplett gewandelt. Heute besitze ich Kanäle auf Facebook, Twitter, Xing und Pinterest und erstelle erste Strategiekonzepte in Sachen Social Media für Kulturinstitutionen. Da war wieder der Leitgedanke des lebenslangen Lernens und der Weitergabe der Erfahrungen!

Telefonieren

Persönlicher als hier wird es nicht mehr: Ich bin schüchtern, auch wenn man mir das auf den ersten Blick nicht immer abnimmt. In meiner Jugend war das sehr ausgeprägt, seit meinem Studium kann ich das in vielen Situationen gut überspielen, insbesondere dann, wenn ich mich auf gewohntem Terrain befinde und meine Stärken kenne. Was ich bis heute aber noch immer sehr ungern tue: telefonieren! Gut, dass es so viele unzählige Möglichkeiten gibt, Kontakt aufzunehmen.

Schweden

Schweden und nochmals Schweden! Kein Flecken der Erde hat mich jemals so sehr in seinen Bann gezogen wie dieses freundliche Land im Norden. 1994 war ich durch die Kombination mehrerer Zufälle erstmals dort und seitdem rund 20 weitere Male. Hinzu kommen Reisen nach Dänemark und Norwegen, nur Finnland fehlt uns noch in der Sammlung skandinavischer Länder. Und das schönste ist: Meine Frau teilt die Begeisterung für Schweden. Zu erklären, was Schweden zu einem außergewöhnlichen Land macht, ist nicht schwer, aber der Platz würde hier nicht ausreichen. Die meisten Menschen, die in Schweden gewesen sind, werden es auch ohne Worte verstehen. Überquert man den Öresund, fühlt man sich angekommen und die Hektik und die Ängste dieser Welt verfliegen spätestens eine Stunde später mit dem Eintauchen in die småländischen Wälder. Ich habe auch jüngst zwei Kulturreiseberichte aus Schweden veröffentlicht: Stockholm und Mälaren.

Job und Leidenschaft

Ich habe schon immer Beruf und private Interessen miteinander verbunden. Ich kann einen Job nur dann überdurchschnittlich ausführen, wenn ich mit Leidenschaft und meiner Persönlichkeit dahinterstehe. Dies ist mir zuletzt Anfang 2017 bewusst geworden, als mein damaliger Arbeitgeber sich unter fragwürdigen Umständen entschloss, ein erfolgreiches 14-jähriges Projekt einzustellen. Das war nicht nur ein beruflicher Tiefschlag, sondern vor allem ein persönlicher. Ich habe meine Einstellung seitdem zu einem Motto in Worte gefasst:

Ein Job ohne Leidenschaft ist nur ein Job!

Und ich denke, dass dieser Satz ein schöner Schlusspunkt für diesen Blogbeitrag ist und meine Persönlichkeit gut umschreibt.

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