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Der Unterschied zwischen WordPress.org und WordPress.com

Posted on – zuletzt aktualisiert am 23. Januar 2026
WordPress

WordPress hosten auf zwei unterschiedlichen Wegen

In den vergangenen Wochen ist mehrfach die Problematik der Abgrenzung von WordPress.org und WordPress.com an mich herangetragen worden. Immer wieder erlebe ich, dass WordPress-Einsteigern nicht bewusst ist, dass es sich dabei zwar um Dienste bzw. Produkte des gleichen Herstellers handelt, diese aber sehr unterschiedlich funktionieren. Die Wahl für eines der beiden Konzepte hat entsprechend weitreichende Konsequenzen und sollte von Beginn an in alle Überlegungen einbezogen werden. Mit beiden lässt sich eine Website realisieren, aber bei dem einen handelt es sich um ein vollumfängliches Content-Management-System (CMS), das andere stellt ein Baukastensystem dar.

WordPress.org

Beliebtes CMS

Unter WordPress.org kann man das mit Abstand weitverbreitetste CMS auf dem Markt herunterladen. Mit dieser Open-Source-Software ist es möglich, Websites und natürlich im Speziellen auch Blogs aller Couleur zu erstellen und zu verwalten. Voraussetzung ist ein Vertrag mit einem Webhoster, der uns zu diesem Zweck Webspace zur Verfügung stellt. Im Regelfall registrieren wir mit dem Hostingpaket auch eine individuelle Domain, über die die Website erreichbar sein wird. Auch die zu nutzenden E-Mail-Adressen werden mit der Domain verknüpft.

Allerdings ersparen uns die meisten Webhoster mittlerweile den Umweg, das CMS vom Entwickler – im Fall von WordPress ist dies Automattic – herunterzuladen und dann per FTP auf den zur Verfügung gestellten Webspace zu befördern, wo im nächsten Schritt schließlich die Installation vorzunehmen wäre. Stattdessen kann man eine vereinfachte Installationsroutine auf dem angemieteten Server starten und schon können wir mit WordPress loslegen. Das ist auch für weniger versierte Webseitenbesitzer umzusetzen, wenn man einige wenige technische Details beachtet.

Vorteile eines CMS

Die Vorteile eines vollständigen CMS liegen vorrangig in der Kontrolle über die eigene Website und in der großen Flexibilität bei Gestaltung und Erweiterbarkeit der Website.

  • volle Kontrolle über Hosting, Server, Datenbank und Setup
  • maximale Freiheit bei Themes, Design und Plugins
  • Sicherheit/Backups frei konfigurierbar
  • Performance-Optimierung frei möglich
  • Website ist volles Eigentum
  • E-Mail-Adressen, die direkt an den Domainnamen andocken

Nachteile eines CMS

Nachteile beim selbst gehosteten WordPress sind kaum zu benennen. Allerdings erfordert dieser Weg einige Vorkenntnisse.

  • technische Einrichtung nötig
  • technische Wartung und Update des Systems müssen selbst übernommen oder in Auftrag gegeben werden
  • ein Webhostingpaket muss gebucht werden (ordentlich ausgestattet bereits zwischen 5 und 10 € zu haben, WordPress selbst ist kostenlos)

WordPress.com

WordPress als Baukastensystem

Unter WordPress.com wird eine Dienstleistung angeboten, die auf Basis von WordPress eine schnelle Erstellung einer Website oder eines Blogs erlaubt, ohne sich zwingend Gedanken über das Hosting oder eine eigene Domain machen zu müssen. Der kostenlose Tarif lässt sich durch den Einsatz von Subdomains in der Form meineseite.wordpress.com leicht erkennen und wirkt bereits auf den ersten Blick etwas provisorisch, noch bevor man den Inhalt der Website in Augenschein genommen hat.

Derartige Baukastensysteme, die auch andere Anbieter wie Wix, Jimdo oder diverse Hoster mittlerweile auf den Markt gebracht haben und unter die ich auch WordPress.com subsumieren möchte, sind ausreichend für den schnellen Einstieg, für das erste Herumprobieren, für ein Hobbyprojekt. Wer allerdings ernsthaft und nachhaltig bloggen möchte, sollte gleich auf eine selbst gehostete Lösung setzen. Für Websites im geschäftlichen Umfeld oder langfristig angelegte Projekte gilt dies ohnehin.

Vorteile eines Baukastensystems

Vorteile kommen nur zum Tragen, wenn es schnell und einfach gehen soll mit der eigenen Website.

  • kostenloser Tarif möglich
  • schneller Einstieg und unkompliziertes Erstellen eines Blogs oder einer Website
  • ordentliches Design und Layout stehen durch Themes zur Verfügung
  • um die Sicherheit und die Wartung der Website kümmert sich der Dienstanbieter

Nachteile eines Baukastensystems

Die Liste der Nachteile eines Baukastensystems ist lang, insbesondere weil es viele Einschränkungen gibt.

  • individuelle Domain nicht im kostenlosen Paket enthalten
  • eingeschränkte Flexibilität und Anpassung bei Plugins und Themes
  • limitierter Zugriff auf Server und Dateisystem
  • Werbeanzeigen im kostenlosen Paket
  • Vielzahl von Funktionen erst in den kostenpflichtigen Tarifen erhältlich (derzeit ab 4 € im Monat)
  • Einschränkungen bei Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Performance

Fazit

WordPress als Baukastensystem bietet sich nur für den schnellen Einstieg oder ein privates Hobby wie die Vorstellung der eigenen Familie, der tierischen Mitbewohner oder der Urlaubsreisen an. Wer langfristig plant oder eine geschäftliche Website betreiben möchte, der sollte stets zu einer professionellen, selbst gehosteten Lösung greifen, auch wenn die Einstiegshürde zunächst höher erscheint. Der Umstieg von WordPress.com auf den eigenen Webspace ist im Übrigen alles andere als trivial und kann gerade bei lang geführten Blogs viel Aufwand bedeuten. Die Entscheidung sollte also frühzeitig getroffen werden.

Ausführlich beschäftigen sich Birgit Schulz mit den Vorzügen und Nachteilen des Baukastensystems und der selbst gehosteten Variante von WordPress.

4 Kommentare zu “Der Unterschied zwischen WordPress.org und WordPress.com

  1. WordPress.com nur als Hobby???? Das sehe ich ganz anders. Du brauchst ja auch für org eine Hosting-Lösung und musst dafür zahlen. Das Business-Paket eröffnet alle Freiheitsgrade für eine professionelle Nutzung.

    1. WordPress.com empfehle ich ausdrücklich nicht im geschäftlichen Umfeld. Damit ein annähernd adäquater Funktionsumfang wie bei einer selbst gehosteten Seite besteht, muss man stolze 25 € pro Monat berappen. Trotzdem wird man dabei auf Probleme stoßen, wenn es darum geht, datenschutzrechtliche Vorgaben einzuhalten. Auch ein Analysetool wie Matomo, das ich mittlerweile bei vielen Projekten einsetze, wird man meines Wissens nicht installieren können. Google Analytics ist zur Zeit aufgrund datenschutzrechtlicher Bedenken keine Alternative.

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