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Kaiserpfalz und Ritterstift Bad Wimpfen am Neckar

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Bad Wimpfen am Berg
Die Altstadt von Bad Wimpfen am Berg hoch über dem Neckar mit Resten der staufischen Kaiserpfalz

Geografie und historische Entwicklung von Wimpfen

Die Stadt Bad Wimpfen im Kraichgau ist in gewisser Hinsicht ein Kuriosum, denn sie besteht bereits aus historischer Sicht aus zwei Ortsteilen: Wimpfen am Berg und Wimpfen im Tal, wobei letzterer im Ergebnis der ältere ist, auch wenn dies bei oberflächlicher Betrachtung zunächst gar nicht zu vermuten wäre. Die Stadt liegt unmittelbar am Neckar in der Höhe des Zuflusses der Jagst. Wie die Namen schon andeuten, ist der eine Stadtteil in den Auen des Neckartals angesiedelt, während der andere auf einem Bergsporn links des Flusses angelegt ist.

In der Tallage existierte bereits Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. ein römisches Militärlager als Teil des Neckar-Odenwald-Limes. Der sich parallel entwickelnde Vicus (stadtähnliche Siedlung) bestand bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts. Das Neckarbecken geriet danach zunächst in alemannischen und seit dem 6. Jahrhundert schließlich in fränkischen Besitz. Das Gebiet um Wimpfen wurde zum fränkischen Königs­gut und gelangte im 9. Jahrhundert unter Einfluss der Wormser Bischöfe. 965 erhielt Wimpfen durch eine Urkunde Kaiser Ottos I. Marktrecht. Um das Jahr 1000 wurde ein Ritterstift mit der Stiftskirche St. Peter gegründet. 1803 säkularisiert, bildet es bis heute den baulichen Mittelpunkt der sich fortan entwickelnden Talstadt.

Wimpfen - Lageplan römisches Kastell und Vicus
Lageplan römisches Kastell und Vicus bei Wimpfen – Quelle: Karl Schumacher (Kastell und Vicus bei Wimpfen. In: ORL Abt. B Band V.I)

Die Wurzeln der westlich anschließenden Bergstadt liegen dagegen im Hochmittelalter. Im späten 12. Jahrhundert wurde auf dem Bergsporn über dem Neckar (Eulenberg) eine staufische Kaiserpfalz gegründet, deren erhaltene Bauten um 1200 zu datieren sind. Um diese entwickelte sich rasch eine städtische Siedlung, in der sich die Dominikaner niederließen. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts ist Wimpfen als freie Reichsstadt belegt. Im 16. Jahrhundert war die Stadt eine Hochburg der Reformation. Mit ihrer dichten mittelalterlichen Bebauung und der in großen Teilen erhaltenen Stadtbefestigung verfügt die Bergstadt über eine Altstadt von hoher bauhistorischer Güte. Dies hat sie nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass Wimpfen nach dem Dreißigjährigen Krieg sehr lange verarmt und von baulichen Veränderungen verschont blieb. Erst mit dem Beginn der Soleförderung im Jahre 1817 (Saline Ludwigshalle) und der damit einhergehenden Entwicklung zum Kurbad setzte wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung des Ortes ein.

Rekonstruktion Kaiserpfalz Wimpfen
Rekonstruktion der staufischen Kaiserpfalz Wimpfen mit den nachgewiesenen oder existen Bauten – Quelle: Peter Schmelzle/Wikimedia, Lizenz: GNU FDL

Bad Wimpfen im Tal

Talsiedlung und Ritterstift

Ungeachtet von welcher Seite man sich der Talstadt nähert, wird man zunächst durch Industrie- und Gewerbegebiete abgeschreckt, bevor man den Stiftbezirk mit den palaisartigen Barockbauten rund um den Lindenplatz erreicht. Die diesen zentralen Bereich umgebende Siedlung präsentiert sich mit bescheidener Größe und Bebauung – vorwiegend des 18. und 19. Jahrhunderts. Die nahezu im kompletten Verlauf erhaltene Stadtmauer verläuft parallel zum Neckarufer und ist in diesem Nordabschnitt am besten erhalten. Im Osten und Westen erlaubten ursprünglich zwei Stadttore den Zutritt zur Stadt. Außerhalb der mittelalterlichen Stadtgrenzen, aber noch auf dem Gebiet des römischen Kastells, steht die einschiffige, spätgotische Cornelienkirche St. Maria mit bauzeitlichen Fresken.

Bad Wimpfen im Tal
Bad Wimpfen im Tal mit der Ritterstiftskirche

Die Gründungsgeschichte des Ritterstifts um das Jahr 1000 liegt weitgehend im Dunkeln. Möglicherweise stand an dessen Ort bereits eine ältere Kirche aus dem 7. Jahrhundert, die auf den Ruinen des römischen Kastells erbaut wurde. Der Gründungsbau des Stifts ist archäologisch als Zentralbau in Anlehnung an die Aachener Pfalzkapelle nachgewiesen. Äußerlich handelte es sich dabei um ein Zwölfeck mit sechseckigem Inneren mit doppelgeschossigem Umgang. Im Osten schlossen sich Apsiden an. Der noch stehende doppeltürmige, frühromanische Westbau ist auf 1030/40 zu datieren. Ihm vorgelagert war einst ein Atrium mit Torhalle, wie es auch am Kloster Lorsch gegeben war.

Die frühgotische Ritterstiftskirche

Für den heutigen Kirchenbau, eine frühgotische Gewölbebasilika, die zu den bedeutendsten Bauten dieser Epoche in Süddeutschland zählt, ist eine Grundsteinlegung im Jahre 1269 überliefert. Die Baugeschichte ist nicht restlos gesichert, doch scheint es beim Baubeginn des Langhauses nach 1280 zu Planänderungen gekommen zu sein. Das Langhausgewölbe wurde erst im 15. Jahrhundert eingezogen. Die südliche Querhausfront ist als Schaufassade mit wimpergbekröntem Portal, sechsbanigem Maßwerkfenster, Blendmaßwerk, säulengetragenen Figurenbaldachinen sowie einer Maßwerkbrüstung ausgebildet. Die Osteile zeichnen sich durch ihre mehrteilige Struktur aus Polygonchor, Chorflankentürmen und Nebenchören aus. Dagegen geht die malerische Wirkung der Stiftskirche mit den zahlreichen Fialen auf Restaurierungen des 19. Jahrhunderts zurück. Im Innenraum ist die gravierende Achsverschiebung auffällig, die durch den Anschluss des Neubaus an den romanischen Westbau entstand.

Bad Wimpfen im Tal - Ritterstiftskirche
Ritterstiftskirche von Süden

Äußerst stimmungsvoll präsentiert sich der dreiflügelige Kreuzgang an der Nordseite der Stiftskirche mit seinen reichen Maßwerkfenstern. Gänzlich ungewöhnlich zeigen sich dagegen die Proportionen, insbesondere des ältesten Ostflügels, mit seiner enormen Tiefenausdehnung. Möglicherweise war der Raum als Begräbnishalle für die Stiftsherren vorgesehen. Ungewöhnlich für das geübte Auge ist zudem die Tatsache, dass alle Kreuzgelenksfügel flach gedeckt sind.

Bad Wimpfen im Tal - Ritterstiftskirche - Kreuzgang
Kreuzgang des Ritterstifts: Ostflügel und Nordflügel

Die bedeutendsten Ausstattungsstücke der Stiftskirche finden sich im Chorraum, der sich durch eine reiche Gliederung der Wände und die Glasmalereien auszeichnet. An erster Stelle ist der mit Blendmaßwerk dekorierte Hochaltar zu nennen, der zu den ursprünglichen Ausstattungselementen des späten 13. Jahrhunderts zu zählen ist. Bemerkenswert ist die über einen Treppenabgang erschlossene Reliquienkammer auf der Rückseite des Altarblockes. Ferner befinden sich ein spätgotisches Sakramentshäuschen, ein wuchtiges Chorgestühl sowie ein Dreisitz im Chorraum.

Bad Wimpfen am Berg

Die staufische Pfalz

Pfalzkapelle und Palas

Die staufische Kaiserpfalz Wimpfen, die unter Friedrich I. Barbarossa angelegt und unter Friedrich II. eine zweite Bauphase erlebte, ist heute vollständig im Stadtgefüge aufgegangen. Der Aufenthalt von Kaisern und Königen ist in Wimpfen bis ins frühe 14. Jahrhundert zahlreich belegt. Um 1320 wurde die Anlage zerstört und danach kaum noch genutzt. Nur das geübte Auge erkennt die erhaltenen Bauten im östlichen Areal der Altstadt, dem Burgviertel. Dieser Bereich zeichnet sich durch den steil abfallenden Hang aus, der die Pfalz in strategisch herausragender Lage schützte.

Den besterhaltenen staufischen Bau stellt zweifelsohne die Pfalzkapelle dar. Es handelt sich um eine Saalkirche mit Apsis – letztere wich später einem gotischen Chorschluss – und einer Wandgliederung aus Lisenen, Rundbogenfries und reich profiliertem Sockel. Im Westen verfügt der Innenraum über eine Empore, die verbunden ist mit dem Obergeschoss des ehemaligen Palas. Dieser repräsentative Saalbau lehnte sich wie die Pfalzkapelle unmittelbar an die nördliche Ringmauer zum Neckarhang hin. Erhalten sind die Arkadenfenster des Festsaals, die mit teilweise kunstvoll gearbeiteten Säulen und grobklotzig wirkenden Würfelkapitellen versehen sind.

Bergfriede, Tore und Steinhäuser

Zu den markanten staufischen Pfalzbauten gehören auch die beiden Bergfriede, die als Roter Turm und Blauer Turm bezeichnet werden. Ein dritter Turmbau ist heute nicht mehr existent. Insbesondere der ganz im Osten an der Spitze des Plateaus positionierte Rote Turm zeigt sich mit seinen charakteristischen Buckelquadern als staufisches Bauwerk. Der Zugang im ersten Obergeschoss ist vom Wehrgang aus erreichbar. Der im westlichen Bereich der ehemaligen Pfalz angesiedelte Blaue Turm verfügt über ein gröberes Mauerwerk. Das Bauwerk mit seinem hohen, durch die Ecktürmchen malerisch wirkenden Aufbau des 19. Jahrhunderts gilt als Wahrzeichen von Bad Wimpfen. Ebenfalls zum staufischen Bestand der Pfalz gehört das Hohenstaufentor (auch Schwibbogen­tor), das den Südzugang zum Burgbezirk bildete. Östlich anschließend sind Reste der staufischen Ringmauer – in jüngere Häuser einbezogen – erkennbar.

Erhalten haben sich weitere Steinhäuser, die als Wohnbauten dienten. Allen voran ist das sogenannte Steinhaus aus dem frühen 13. Jahrhundert zu nennen, das zu den größten romanischen Wohnhäusern Deutschlands zu zählen ist. Ein rundbogiges Biforium der Südseite und einige Fenster auf der Nord- und Westseite des Gebäudes stammen aus der Erbauungszeit. Die ursprüngliche Aufteilung des Inneren bestand aus drei zweischiffigen Sälen. Im 16. Jahrhundert erfolgte ein Umbau zum Kornspeicher. Heute befindet sich in dem Gebäude das historische Museum der Stadt, das die römische und staufische Geschichte Wimpfens darstellt. Reste eines weiteren romanischen Wohnhauses finden sich südlich der Pfalzkapelle in einem ebenfalls im 16. und nochmals im 18. Jahrhundert umgestalteten Gebäude.

Bad Wimpfen am Berg - Pfalz
Silhouette der Kaiserpfalz: Roter Turm, Pfalzkapelle, Palas, Steinhaus, Blauer Turm

Die bürgerliche Reichsstadt

Kirchenbauten

Zentrale Ankerpunkte der bürgerlichen Stadt, die sich westlich an die Pfalz anschloss, stellen die Kirchenbauten dar. Die Maria geweihte Stadtpfarrkirche besteht aus einem Chor des späten 13. Jahrhunderts und einem bis 1516 vollendeten Langhaus. Die Proportionen der mit Schlingrippen- und Netzgewölben versehenen Hallenkirche sind auffällig gedrungen. In den Untergeschossen der Chorflankentürme stecken Reste eines romanischen Vorgängerbaus. Die spätgotische Ausstattung mit mehreren Flügelaltären, Taufstein und Kanzel ist in weiten Teilen dem frühen 16. Jahrhundert zuzuschreiben. Das Sakramenthaus entstammt dem mittleren 15. Jahrhundert.

Bad Wimpfen am Berg - Stadtpfarrkirche - Langhaus
Langhaus der Stadtpfarrkirche

Südwestlich der Kirche steht eine ausdrucksstarke, monumentale Kreuzigungsgruppe der gleichen Zeitstellung, die dem Mainzer Hofbildhauer Hans Backoffen zugeschrieben wird. Das Gehäuse ist wenige Jahrzehnte jünger und zeigt bereits Renaissanceformen. Im Südwesten der Altstadt befindet sich ferner die ab 1273 errichtete Dominikaner-Klosterkirche mit anschließendem Kreuzgang. Der erhöht an der mittelalterlichen Stadtgrenze liegende, einschiffige Bau wurde im 18. Jahrhundert grundlegend barockisiert.

Wohnbauten und Höfe

Die Bürgerhäuser Wimpfens sind außergewöhnlich geschlossen erhalten und eröffnen ein breites Spektrum bürgerlicher Wohnkultur vom 15. bis zum 19. Jahrhundert. Der Marktplatz an der Nahtstelle der ehemaligen Pfalz und der Bürgerstadt – der Ort, an dem man die repräsentativsten Bauten der Bürgerschaft erwarten würde – ist geprägt von Umbauten des 19. Jahrhunderts, die auch das im Rundbogenstil neu errichtete Rathaus einschlossen. Diese Entwicklung ist im Kontext des Aufstiegs von Wimpfen als Kurbad einzuordnen. Bei der älteren Bebauung handelt es sich dagegen um Fachwerkbauten mit meist steinernem Untergeschoss, die vielfach zu beachtenswerten Reihungen in Straßenzügen oder Platzanlagen verbunden sind. Hervorzuheben sind die Fachwerkensembles in der Klostergasse, der Hauptstraße und der Langgasse sowie in der Schwibbogengasse im Burgviertel.

Bad Wimpfen am Berg - Hauptstraße
Hauptstraße in der Bergstadt mit dem Giebelhaus des Gasthauses Adler und dem Bürgerspital ganz links

Die mehrheitlich giebelständigen Häuser kragen bis ins 17. Jahrhundert hinein mit ihren Geschossen vor. In einigen Fällen findet man an der Giebelfassade kleine Erkerbauten. Pars pro toto für den repräsentativen Fachwerkbau dieser Zeit können hier das inschriftlich auf 1598 datierte Gasthaus Adler in der Hauptstraße 49 sowie der Hauskomplex in der Langgasse 3 (Haus Höckl, Hotel Sonne aus dem 15. und 16. Jahrhundert) sowie das malerische Häuserensemble aus Schafgasse 2 (16. Jahrhundert, mit erkerartigem Vorbau) und Klostergasse 8 (datiert 1517) sowie Klostergasse 10 (Ehrenberghaus, datiert 1451) stehen.

Das höchste Fachwerkhaus in Wimpfen ist das Haus Koberer in der Langgasse 5 aus dem frühen 16. Jahrhundert. Mit seinem Satteldach und den Schleppgauben verfügt es mit seinen Nachbarhäusern über eine stadtbildprägende Wirkung. Als Kleinod sind das schmale Gorjupinsche Haus mit fränkischem Fachwerk in der Badgasse 8 aus der Zeit um 1600 sowie das Bürgermeister-Elsässer-Haus mit barockem Erker in der Oberen Turmgasse 1 herauszustellen. Als Repräsentant eines Stadthofes darf der nördlich der Kirche erbaute Wormser Hof mit Zentscheune hervorgehoben werden. Er diente als Verwaltungssitz für Amtleute des Bistums Worms. Trotz der barocken Gesamtwirkung geht die Architektur auf das Mittelalter – die ältesten Teile stammen aus dem frühen 13. Jahrhundert – zurück.

Das Spital

Dieser umfangreiche Gebäudekomplex zwischen Hauptstraße und Langgasse hat eine besondere Stellung in der Altstadt von Wimpfen inne. Mit Bausubstanz aus dem 13. Jahrhundert – einem spätromanischen Steinhaus – ist es eines der ältesten Bauwerke der Reichsstadt. Als Heilig-Geist-Spital wurde es um 1230 vom königlichen Schulheißen Wilhelm von Wimpfen gegründet. 1471 beschloss der Rat der Stadt, das Spital in ein Bürgerspital umzuwandeln und das geistliche Spital hiervon zu trennen.

Bad Wimpfen am Berg - Bürgerspital
Bürgerspital, mit spätromanischem Steinhaus ganz links

Das Bürgerspital besteht aus zwei Flügeln, die aus dem romanischen Kern und Erweiterungen und Ausbauten aus Fachwerk im 15. und 16. Jahrhundert hervorgegangen sind. Der östlich anschließende geistliche Bereich setzt sich aus einem Konventsgebäude mit einer barocken Schaufassade zur Längsgasse hin sowie einer nach der 1803 erfolgten Säkularisation zu einem Wohngebäude umgebauten Kirche zusammen. Letztere ist nur bei genauer Kenntnis der historischen Situation auszumachen. Das Langhaus erhielt in frühklassizistischer Zeit eine Fassade zur Hauptstraße hin, bestehend aus einer Pilastergliederung mit Kolossalordnung.

Bad Wimpfen am Berg - Platz am Löwenbrunnen mit Spital
Platz am Löwenbrunnen mit Fassade der ehemaligen Spitalkirche links

Würdigung

Bad Wimpfen mit seiner staufischen Kaiserpfalz, der pittoresken Altstadt und der kunsthistorisch überregional bedeutsamen Ritterstiftskirche hat eine abschließende Würdigung verdient. Bemerkenswert ist die eigenwillige Zweiteilung der Stadt, die auf verschiedene historische Wurzeln zurückgeht. Beachtlich ist zudem, dass der Ort am Neckar eine rund 2000 Jahre währende Siedlungskontinuität aufzuweisen hat, deren Abschnitte kaum unterschiedlicher sein könnten. Dabei sind die Spuren der Römer heute kaum noch sichtbar, weil sie vollständig durch die frühmittelalterliche Siedlungsgeschichte überlagert sind. Einen zweiten historischen Höhepunkt erlebte Wimpfen schließlich als Pfalzort im Mittelalter, dann allerdings topografisch versetzt. Auch in diesem Fall ist das Areal später derart überbaut worden, dass es sich nur bei genauem Hinsehen von der jüngeren Bürgerstadt trennen lässt.

Diese Doppelpoligkeit hebt das kleine Bad Wimpfen von anderen historischen Stadtanlagen ab. Die Nähe zum Neckar betont die malerische Stadtsilhouette aus vielen Perspektiven zusätzlich. Geradezu befremdlich erscheint dabei, dass mein erster Kontakt mit Bad Wimpfen eher ernüchternd war, als ich an einem bedeckten Herbsttag von Norden über die Neckarbrücke ins Stadtgebiet fuhr, um nach Osten Richtung Talstadt abzubiegen. Bevor die Ritterstiftkirche am Lindenplatz in mein Blickfeld rückte, passierte ich dabei trostlos wirkende Industrieanlagen, die so gar nicht zu dem Image dieses historischen Ortes passen wollten. Manchmal trügt der erste Eindruck doch gewaltig. Insbesondere möchte ich abschließend der Leitung des Malteser-Tagungshauses an der Stiftskirche meinen Dank aussprechen, die Einblicke in die Stiftsanlage gewährte, welche dem durchschnittlichen Besucher verborgen bleiben.

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